Bildgebendes Endoskopieverfahren als Schlüssel zu neuen Operationstechniken: Der Verbund "EndoCars"

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Mikrochirurgische Verfahren sind von entscheidender Bedeutung für die Behandlung von neurologischen Erkrankungen, beispielsweise von Tumoren des menschlichen Gehirns. Ihr Erfolg beruht wesentlich auf der Unterscheidung von gesundem und krankhaftem Gewebe. Diese Unterscheidung ist im Allgemeinen nicht mit dem bloßen Auge möglich, sondern erfordert die Entnahme von Probenmaterial mit konsekutiver Anfertigung aufwändiger Gewebeschnitte. Während einer Operation sind solche Untersuchungen nur sehr begrenzt durchführbar. Jüngst entwickelte Mikroskopietechniken, die auf nicht-linearen optischen Prozessen beruhen und die Unterscheidung von Molekülen ohne deren Anfärbung erlauben, können hier neue Horizonte für die Operationssteuerung eröffnen. Besonders vielversprechend ist dabei die Coherent Anti Stokes Raman Scattering (CARS) Mikroskopie. Im Verbund EndoCars soll ein faserbasiertes, bildgebendes CARS-System erstellt werden, das insbesondere für endoskopische und intraoperative Anwendungen ausgelegt ist. In dem Verbund kooperieren drei mittelständisch geprägte Firmen und drei universitäre Einrichtungen. Der Verbund wird von der Firma Karl Storz koordiniert. Das Unternehmen nimmt eine zentrale Stelle ein, da hier die Komponenten der weiteren beteiligten Partner zu einem CARS-Endoskop zusammengefügt werden. Die Firma Grintech GmbH wird die Mikrooptik für die Bildaufnahme herstellen, die Firma Toptica AG erforscht ein neues CARS-Faser- Lasersystem, das sich durch einen kompakten und integrierten Aufbau von Pump- und Stokeslaser auszeichnet. Die Technik der bildhaften Abtastung wird durch die universitären Partner Konstanz und Jena realisiert. Die Anwendung und klinische Erprobung sowie medizinische Bewertung der erhaltenen CARS-Bilder erfolgt in der TU Dresden.

Verbundname: Bildgebendes CARS Endoskop für die Anwendung in der Medizin
 
Stichworte: Bildgebung, Endoskopie
 
Förderphase: Vor-Ort-Analytik mit photonischen Verfahren für den Einsatz in den Lebenswissenschaften
 
Laufzeit: 01.09.2015 – 31.08.2018
 
Verbundpartner:
 
Verbundkoordinator: